Yvo’s Fakten und Gerüchte

Zurück aus meinem unbezahlten Kurzurlaub muss ich nun mal wieder die Fakten auflisten und den ultimativen Insta-Check aufbereiten. Ich teile mit Euch die ultimativen Fakten und meine ultimativ persönliche Einschätzung, die entsprechende Kategorie könnt Ihr Euch selber ausdenken, ist ja hier keine One-Man-Bespassung und schon gar kein Ponyhof. Von wegen Ponys, Seehunde sind eh viel cooler, wie die so am Strand rumfaulen und alle Viere (das mag technisch komplett falsch sein) von sich strecken, einfach nur herrlich und man möchte die Dinger knuddeln. Uns wurde aber gesagt, dass insbesondere die Weibchen sehr übellaunig sind und man besser einen grosszügigen Sicherheitsabstand wahrt.

Kurz zum Thema Bronchitis und Wandern. Erstmal vielen lieben Dank für die Nachfragen! Antibiotika sei Dank geht es mir mittlerweile viel besser, der Husten macht hoffentlich seine letzten Zuckungen und wird dann mit Schimpf und Schande im Meer versenkt. Mir wird gelegentlich nachgesagt, ich würde nicht gerne wandern, resp. alles weiter als bis zum nächsten Parkplatz sei mir zu weit und zu anstrengend. Alles üble Nachrede! Aber würde ich sagen, ich liebe es zu wandern, stellt Euch nun mal vor wie mein Lebensinhalt ab sofort ausschauen würde…. Aber wahr ist, Wandern mit Bronchitis macht noch weniger Spass als Minigolfen mit Roger. Der trifft einfach alles und selbst mit einer perfekten Runde bin ich Dutzende Schläge im Hintertreffen. Beim Wandern fehlt schlicht zusätzlich zum Spass auch der Sauerstoff. Hab ich gemacht, kann man, muss man nicht, werde ich nicht wieder 🙂

Autofahren: unser Reiseprogramm sagt, es ist Tag 22 unserer Reise. Wir stehen heute Abend bei über 2‘900 Kilometern. Autobahnen gibt es eigentlich nur eine, gefühlt sind wir jedoch bereits 13 x Chur-Arosa retour gefahren. Also wenn Ihr die schönen Fotos anschaut und neidisch seid, so ist richtig! Aber diese Fotos haben ihren Preis.

Linksfahren: Stand heute: 2 x in den Gegenverkehr abgebogen (zum Glück ohne Gegenverkehr). 1 x morgens rechts losgefahren und erst auf Nachfragen von Andrea gelegentlich die Seite gewechselt. Auch hier, ausser ein paar Fussgängern war zum Glück noch niemand unterwegs.

Playlist: wir haben zuhause Playlists erstellt mit über 10 Stunden unserer Lieblingssongs. Ich dachte, easy, reicht sowas von. Heute hatte ich das Gefühl, ich weiss schon genau welcher der nächste Song sein wird.

Kaffee: wer hätte gedacht, dass man in Neuseeland an jeder Ecke und in jedem Kaff einfach den besten Kaffee bestellen kann? Americano, Flat White, Cappuccino und viele mehr, was man sich nur wünscht und das alles in richtig richtig gut. Grossartig! Und überall kann man diesen grossartigen Kaffee auch To-Go bestellen. Also fast überall. Heute morgen im Dorfkaffee habe ich einen Cappuccino for Madame bestellt und einen Flat White für mich, to go please. Die sympathische (hübsche) junge Dame antwortet: lfkjkrjkkfrkf jjdjdjjdjjdf worfihflehogjhfrk dlfrjelnbfvknbf didhclleikekdk?

Sorry?

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Sorry, I did not understand. Can you please repeat once more? Ich stand dort wie der grösste Vollpfosten. Gab es doch Zeiten, da dachte ich, mein Englisch sei ganz solid. Hier habe ich kein einziges Wort verstanden, nicht mal mit Raten hätte ich etwas erahnen können. Der junge Herr hinter mir hat sich dann erbarmt und mir das Gesagte auf Europa-Englisch übersetzt. Sie bieten kein To-Go an, aber ich könnte Becher kaufen wenn ich die Kaffees mitnehmen möchte. Yes Mam, will ich, Problem gelöst. Dachte ich. Nun hatte sie aber nur noch einen Becher zum Verkaufen, also entweder Kaffee für Andrea oder mich…. Wir haben den Kaffee dann sehr klassisch vor Ort im hübschen Kaffee getrunken.

Wochentage: wird masslos überbewertet, spätestens nach einer Woche Reiserei verliert man den Überblick. Das Coole ist, es ist schnurzegal solange man weiss, an welchem Tag man wieder auschecken muss in der Unterkunft.

Kabelsalat: mit das Anspruchsvollste wenn man mind. jeden zweiten Tag die Unterkunft wechselt, alle Ladekabel einpacken und nichts vergessen. Nun ja, das Kabel unserer elektrischen Zahnbürste vermissen wir nun schon etwas länger, ist leider vor Ort auch nicht zu kaufen. Haben wir also einen billigen Notersatz gekauft, die älteste und billigste OralB Elektrozahnbürste, fühlt sich an wie ein Traktor auf dem Kartoffelacker. Aber putzt. Irgendwie. Oder so.

Unterkünfte: jetzt gerade wieder top, schönste Meersicht, ein grosses Bett und Mückengitter (hat zwar kaum Mücken, aber auch Fliegen können nerven, und wie). Die letzten beiden Nächte waren unsere Begleiter Spinnennetze an allen möglichen und unmöglichen Orten. Und ja, auch die entsprechenden Erbauer waren nicht weit. Die Fliegen und Mücken hatte ich alle bis 3 Uhr morgens erledigt. Danach war ich müde, bin ich irgendwie immer noch.

Land und Leute: Das Land resp. die Inseln fast immer schön, oft mega schön und auch sehr oft einfach nur ein Traum. Filter braucht hier niemand für die Fotos, OK, jemanden kenne ich, der den Filter drüberziehen würde, fällt jedoch unter den Datenschutz wer solche Verbrechen begehen würde (nur soviel: es ist niemand der hier Anwesenden). Leute: oft versteht man sie, ab und an auch nicht oder nur ansatzweise. Aber fast ausnahmslos sind sie alle unglaublich freundlich, hilfsbereit, herzlich und gastfreundlich. Sie mögen ab und an knurrig wirken, aber man muss sie mögen diese Insulaner.

So, nun ist fertig mit der Guetnachtgschicht, ich habe Hunger. Es ist 18 Uhr und mein Magen knurrt. Es hat sich hier so eingependelt, dass wir am morgen frühstücken, mal üppiger, mal nur Toast, Butter und Marmelade. Aufgrund der permanenten Autofahrerei oder den Ganztageswanderungen wurde mir klammheimlich irgendwie das Mittagessen gestrichen. Bevor mein Energielevel jeweils ganz ins Minus fällt gibts entweder lecker Kirschen oder Hummus mit Cracker. Also Leute, ich muss duschen und los, die Kirschen waren heute auch nur noch ein Restposten, mein Zustand bemitleidenswert.

Hebets guet und bis zum nächsten Mal.

Euer Insta-Wahrheits-Checker

2 Kommentare zu „Yvo’s Fakten und Gerüchte

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