Nein, das ist kein Fehler der Autokorrektur, sondern heisst auf Te Reo Maori „auf Wiedersehen“. Und Te Reo Maori ist die zweite Landessprache in Neuseeland, wird immerhin von ca. 4% der Menschen gesprochen, umso erstaunlicher, dass sie insbesondere auf der Nordinsel, aber auch hier im Süden, omnipräsent ist. Die Maori-Sprache wird als nationaler Taonga (Schatz) betrachtet und erfährt derzeit eine bedeutende Wiederbelebung, damit Te Reo Maori eine lebendige Sprache bleibt, die in ganz Neuseeland verbreitet ist. Was ich wunderbar finde – und deshalb an dieser Stelle auch noch Erwähnung findet…

22. – 24. Januar: Und jetzt ist es soweit, wir sitzen am Flughafen in Christchurch und verabschieden uns von Aotearoa (Maori-Bezeichnung für Neuseeland). Wie immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge… An der Stelle aber erst noch ein kurzer Bericht über unseren Aufenthalt in Christchurch.
Am Montag werden unsere Schweissperlen mal nicht vom Wandern, sondern tatsächlich von der Hitze verursacht. Die Stadt empfängt uns mit ca. 28 Grad und wir bummeln durch die hübsche New Regent Street mit ihren farbigen Häusern, wo wir uns auch gleich ein Glacé gönnen. Ist zwar lecker, aber viel zu süss 😵💫 Das Stadtbild ist noch immer geprägt vom verheerenden Erdbeben vom Februar 2011, obwohl die Stadt alles dran setzt, die alten und erhaltenswerten Gebäude zu restaurieren und andere zu ersetzen. Es gibt daher auch viele Baustellen und auch 13 Jahre nach dem Beben sind viele Gebäude erst stabilisiert, aber meist aufgrund fehlender Finanzen noch nicht wieder aufgebaut. Irgendwie sind wir trotzdem fasziniert von der Stadt, man sieht noch deren ursprünglichen Charakter und gleichzeitig ist viel Neues am Entstehen. Und wir machen einen kleinen Planungsfehler, oder haben ein Kommunikationsproblem (ja, das gibt es sogar nach 5 Wochen „eingrooven“ noch 😉). Eigentlich sollten wir ja bei dem herrlichen Wetter den botanischen Garten besuchen und die Indoor-Aktivitäten auf den nächsten Tag verschieben, denn schliesslich – wisst ihr inzwischen auch – weiss man hier nie, was das Wetter am nächsten Tag für einen bereit hält. Aus im Nachhinein unerklärlichen Gründen und ohne einen Schuldigen dafür gefunden zu haben, landen wir aber in Quake City (indoor versteht sich), einer Ausstellung über das verheerende Beben von 2011. Sehr eindrücklich sind die Ereignisse von damals dargestellt, und man erfährt, dass dieses Beben eigentlich ein Nachbeben eines Erdbebens war, das bereits im September 2010 stattgefunden hatte. Schon damals gab es grosse Schäden, im Gegensatz zum Februar 2011 aber keine Toten zu beklagen. Man sieht viel Filmmaterial, insbesondere mit Berichten von Überlebenden, Angehörigen, Rettern und freiwilligen Helfern. Sehr respektvoll, eindrücklich und berührend. Und einmal mehr ist einfach die Vorstellung krass, dass dies urplötzlich und irgendwo wieder passieren kann (und wird). Und die Neuseeländer? Man weiss es, man akzeptiert es – ist wie es ist! Natürlich wird immer noch mehr in erdbebensichere Bauten investiert und es ist fast unglaublich, wie zum Teil alte, aber massiv ausschauende Steingebäude einfach zusammenstürzten, während das Beben bei neueren Glasgebäuden im genau gleichen Quartier nicht mal einen Sprung in einer Scheibe verursachte. Was auch auf eindrückliche Art gezeigt wird ist, wie gross die Solidarität und gegenseitige Unterstützung nach dem Erdbeben war, und zum Teil bis heute ist. Ich erinnere mich an die Aussage eines Bauarbeiters, der als einer der ersten vor Ort in einem der zusammengefallenen Gebäude ankam und Schreckliches mitansehen musste und der sagte: „Wir gingen als eine Gruppe von Bauarbeitern hinein und kamen als eine Gruppe von Freunden wieder heraus“.
Am Dienstag besichtigen wir auf unserem Weg zum botanischen Garten das Arts Centre, eines der wunderschönen Gebäude, das inzwischen zu 95% restauriert ist. Eigentlich will sich Yvo nur einen Kaffee holen, was uns zu diesem wunderbaren Gebäude führt und Yvo kurzfristig zum Lead Guide macht. Der botanische Garten ist grosszügig und schön entlang des Flusses angelegt und perfekt für einen Spaziergang. Allerdings beginnt es während unseres Besuches zu regnen, was die ganze Angelegenheit etwas ungemütlich macht. Die Temperaturen sind fast 10 Grad tiefer als am Tag zuvor, dennoch sind wir den ganzen Tag irgendwo in der Stadt unterwegs und schaffen mehr als 10km – in FlipFlops! Wir schauen uns auch noch das Canterbury Earthquake National Memorial an, eine Wand, wo an die 185 Opfer des Erdbebens erinnert wird und die sich an wunderschöner Lage am Fluss befindet. Trotz des traurigen Ereignisses ein schöner Ort zum Innehalten. Danach bummeln wir durch den Riverside Market, einen grossen und attraktiven Food Market, der uns gleichzeitig eine Pause von Wind und (Niesel-)Regen genehmigt. Wir würden uns gerne durch alle Stände essen, aber so unterernährt sind wir leider nicht… Weil noch Zeit bleibt, steigen wir auch noch ins Touri-Tram in der Erwartung, bei der 50minütigen Bummelfahrt durch die Innenstadt auch noch ein paar interessante Infos zu erfahren. Womit wir wieder beim Thema Sprache sind. Wir verstehen den Fahrer (=Guide) zu etwa 30 Prozent, was die Informationen einigermassen nutzlos macht. Du verstehst eine Zahl, hast aber keine Ahnung, in welchem Zusammenhang diese erwähnt wurde. Aber ist ja ein hopp-on hopp-off Konzept. Also kurz mal „hopp-off“ gemacht, ins nächste Tram gestiegen und siehe da, auch die Schweizer verstehen plötzlich die Infos und grösstenteils sogar die Witze. Zum Beispiel über die Gebäude, um die der Abriss nicht so schade ist, da sich eine Zahnarztpraxis drin befunden hatte… 😳 Und nach einer kurzen Pause in unserem B&B, die wir allerdings zum Wäsche zusammenlegen und Packen nutzen, treffen wir uns nochmals in der Stadt zum Abendessen mit Eveline (meiner ehemaligen Arbeitskollegin, mit der ich bis heute einen schönen Kontakt pflege), ihrem Mann Reto und dem herzigen vierjährigen Andri. Per Zufall haben unsere Reisepläne perfekt zusammengepasst und uns dieses Treffen „far from home“ ermöglicht. Sie haben soeben ihren Camper in Christchurch übernommen und werden noch bis Ende März Neuseeland erkunden. Mann, sind wir neidisch, gönnen es ihnen aber von Herzen.
Und nun sitzen wir also am Flughafen, sind absolut „not ready for takeoff“, aber darauf wird hier keine Rücksicht genommen, und gleich beginnt das Boarding für unseren Flug nach Singapur. Bis wir den Beitrag veröffentlichen können, werden wir vermutlich das Hotelzimmer in Singapur bezogen haben, da der Empfang hier und im Flugzeug (gibt sogar Wi-Fi bei Singapore Airlines) leider nicht für das Hochladen von Fotos ausreicht und ihr ja sowieso vorallem die Bildli anschauen wollt 😉 Also bis bald wieder aus Südostasien!






























