31. Dezember – 2. Januar: An unserem letzten Abend in der Tongariro-Region gönnen uns die Wolken tatsächlich noch ein paar kurze Blicke auf die Bergwelt, weshalb ich sogar zweimal vom Abendessen weglaufen muss, um dieses Ereignis auch für die Nachwelt fotografisch festzuhalten. 😂 Der Bock (Venison) auf unseren Tellern ist zwar geschmacklich gut, war aber wohl schon ein älteres Semester und erleidet während der kurzen Abwesenheiten keine grossen Qualitäts- resp. Zartheits-Einbussen…

Am letzten Tag des Jahres fahren wir weiter Richtung Ostküste, der Sonne entgegen. Die Landschaft ist fantastisch, sehr grün, und endlich wird auch unsere Erwartung, was die Schafe betrifft, langsam erfüllt. Wo im Norden klar die Kühe und die Milchwirtschaft dominieren, befinden wir uns jetzt irgendwo in der Schnittmenge zwischen Kühen und Schafen. Friedlich grasend teilen sie sich die weiten Weiden, und wir sind sicher, die hellen Punkte werden auf der Fahrt Richtung Süden noch klar die Dominanz übernehmen.
Napier empfängt uns mit freundlichem Wetter und einmal mehr mit einer traumhaften Unterkunft und Hosts, die uns gefühlt gleich in die Familie aufnehmen. Es ist Silvester, fühlt sich für uns aber irgendwie nicht so an… Das Art Deco Städtchen steckt aber mitten in den Party-Vorbereitungen und auch wir gesellen uns im Laufe des Abends zum Partyvolk, lauschen den mehr und weniger guten Livebands und geniessen die lockere Atmosphäre und die gute Stimmung. Es hat zwar viele Leute, aber auch wahnsinnig viel Platz und wohl auch aufgrund des angrenzenden Meeres, wo das Baden aufgrund der gefährlichen Strömung streng verboten ist, ist der Alkoholkonsum in der Innenstadt strikt untersagt. Mit der Folge, dass es auch viel weniger Alkoholleichen gibt, als ich es z.B. aus Sydney in Erinnerung habe. Und die, die durch die Party taumeln, haben wohl zuhause schon ordentlich vorgeglüht… Wir kommen sogar in den Genuss von zwei Feuerwerken, das erste bereits um 21:45 Uhr und hauptsächlich für Familien, deren Kids danach ins Bett müssen (wo gibt‘s denn sowas?) und das zweite um Punkt Mitternacht. Wir haben freien Blick auf das bunte Leuchten und das Knallen der Böller unterbricht das nahe Meeresrauschen. Das Wachbleiben hat zwar etwas Effort gekostet, hat sich aber definitiv gelohnt, schliesslich verbringen wir ja nicht jeden Jahreswechsel am anderen Ende der Welt. Vermutlich hätten uns die Böller oder spätestens das Gejohle der durchziehenden Jugendlichen aber sowieso wachgehalten, unsere Unterkunft ist nämlich mittendrin, nicht nur dabei… Am Strand, mit Feuerwerk und vielen guten Vibes starten wir also mit 12h Vorsprung ins 2024 und wünschen an dieser Stelle auch euch allen nochmals von Herzen „es guets Neus“!
Ohne Hangover starten wir denn auch in den ersten Tag des neuen Jahres, der uns mit prächtigem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen erwartet. Und wir haben das perfekte Programm dazu: eine Cape Winery Cycle Tour. Wir kriegen sogar ganz unverhofft zwei bequeme und gut gewartete E-Bikes, worüber wir insbesondere in der Küstenregion mit Gegenwind noch ganz froh sein werden. So cruisen wir also „mit Vollgas“ ins neue Jahr, gönnen uns hier und da auf einem Weingut mal ein Gläschen oder zwei, mampfen wie es sich gehört unterwegs ein feines Plättli, damit das Wanken auf dem Velo nicht ausartet und pedalen über gut ausgebaute Radwege durch die fantastische Küstenlandschaft in der Region des Cape Kidnappers.
Am zweiten Neujahrstag verabschieden wir uns von unseren liebenswerten Hosts Esther und Tom, nicht aber ohne uns zuvor nochmals mit einem fantastischen Frühstück für die lange Fahrt nach Wellington gestärkt zu haben. Wir werden in unseren B&Bs wirklich verwöhnt, meistens mit selbstgebackenem Toast und anderen Köstlichkeiten wie Muffins oder Cinnamon Buns, hausgemachten Müesli, frischen Früchten, selbstgemachter Konfi oder frischgepresstem O-Saft. Auch Eier und Speck sind immer im Angebot, unsere Mägen aber (zum Glück) noch zu klein, um uns immer durchs gesamte Angebot zu schlemmen.
Die Strecke nach Wellington verläuft relativ unspektakulär, mal abgesehen davon, dass ich das erste mal das Steuer übernommen habe. Yvo wird zumal etwas nervös, weil es sich auf der „falschen“ Beifahrerseite manchmal schon so anfühlt, als würde in der Kurve oder beim Einparken gleich die linke vordere Autoecke abrasiert, als ich ihm das aus meiner Beifahrerperspektive aber jeweils gesagt hatte, wollte er es ja nicht glauben… Da wir beim Frühstück etwas länger geplaudert haben, belassen wir es unterwegs bei einem Zwischenstopp im Pukaha National Wildlife Centre, welches bedrohte und seltene Vogelarten schützt und als Aufzuchtstation dient und wo man mit etwas Glück auch den Kiwi, der ja eigentlich nachtaktiv ist, beobachten kann. Dies ist natürlich auch der Hauptgrund für unseren Besuch und wir haben Glück, das kleine Kerlchen ist sogar ziemlich aktiv:
Nach einer kurvigen zweiten Teilstrecke erreichen wir mit Wellington die Hauptstadt Neuseelands und gleichzeitig unsere letzte Station auf der Nordinsel. Dazu aber mehr im nächsten Beitrag… Stay tuned. 😎 Und ja, das Auto ist noch ganz! 😉





















