Dolce Farniente

25. – 26. Dezember: Wie es sich für Weihnachten gehört, ist am 25. Dezember hier einfach tote Hose. Und ich meine, es ist wirklich nichts los! Aber beginnen wir von vorne: Nachdem unser extrem gesprächiger B&B Host Michael uns während des Frühstücks erstmal zugetextet hat, machen wir uns auf den Weg in den Osten der Coromandel Peninsula. Wir haben auch einen genauen Plan, auf welchem Weg wir diesen erreichen möchten. Da sich das Navi und ich uns aber uneinig sind und mein Orientierungssinn bekanntlich nicht der allerbeste ist, folgen wir dem Navi – was sich im Nachhinein als Fehler rausstellt. Wir erwischen zwar den direktesten Weg in Richtung unserer heutigen Unterkunft, verpassen so aber die Küstenstrasse und fahren stattdessen auf einer sehr kurvigen Strasse mitten durch den Wald (es werden starke Erinnerungen an die Strasse nach Arosa geweckt), erreichen die Ostküste aber trotzdem. Eigentlich steht heute die Wanderung zur wunderschönen Cathedral Cove mit ihrem berühmten Steingewölbe auf unserem imaginären Programm, leider erfahren wir aber, dass dieser Wanderweg im Februar dieses Jahres einem Erdbeben zum Opfer gefallen ist und die Cathedral Cove seither nur noch per Boot erreichbar ist. Leider fahren am 25. Dezember aber auch keine Boote… Aus diesem Grund begeben wir uns auf direktem Weg zum Hot Water Beach, dem wohl berühmtesten Strandabschnitt Neuseelands. Weil hier das Thermalwasser direkt unter dem goldenen Sand sprudelt, kann man sich mit einer Schaufel bewaffnet seinen eigenen Warmwasserpool in den Sand graben. Natürlich stand diese Aktivität auch auf unserem Plan, das Problem ist nur, dass dies gefühlt alle Touristen, die sich aktuell auf der Coromandel Peninsula aufhalten, ebenfalls tun wollen. Wir belassen es deshalb dabei, uns die Fleischschau zu Gemüte zu führen, während wir einfach unsere Füsse etwas in den Sand graben. Wir müssen aber so schon höllisch aufpassen, uns dabei nicht die Zehen zu verbrennen. Es ist wirklich heiss da unten! Ob da die Hölle ist? 😉 Da es just zu dem Zeitpunkt, wo wir uns am Hot Water Beach aufhalten, auch ziemlich regnet, besteht zumindest keine akute Brandgefahr…

Aufgrund diverser Empfehlungen und der Info, dass am Heiligtag wirklich ALLES geschlossen ist, haben wir uns bereits am Tag zuvor mit Essen und – ganz wichtig – Wein eingedeckt, um dennoch in den Genuss eines feinen Weihnachtsessens zu kommen. Mein 3-Sterne-Koch gibt alles und zaubert uns auf den zwei Mini-Herdplatten unserer Unterkunft lecker Spaghetti all‘Arrabiata mit Gemüse aufgepeppt.

Am Stephanstag starten wir erst mal gemütlich mit einer Ladung Wäsche, einem Telefon nach Hause – mitten in die Weihnachts-Marty-Party – und einem feinen Cappuccino im „Städtli“. Das Leben ist zurück in Neuseeland 😉 Da es in unserer Unterkunft Velos gibt, mit denen man die Umgebung erkunden kann, schnappen wir uns diese in bester Absicht. Die rostigen Drahtesel machen aber keinen besonders vertrauenserweckenden Eindruck und spätestens als eine von Yvo‘s Pedalen sich schon vor der Abfahrt vom Velo verabschiedet, ist eine Planänderung angesagt. Wir erkunden die fantastische Küstenlandschaft stattdessen auf Schuster‘s Rappen, bevor wir bei herrlichem Sommerwetter nochmals den Strand aufsuchen, den wir bisher nur mit ziemlich verhangenem Himmel kennen. Die äusserst sommerlichen Temperaturen verlocken uns dann tatsächlich noch zum Baden, wenn auch die Meerestemperaturen nicht ganz so sommerlich sind… Ein super leckeres Abendessen im einzig geöffneten Restaurant weit und breit rundet unsere herrlich erholsamen Weihnachtstage ab und wir sind gestärkt für die weiteren Abenteuer.