17. – 19. Januar: Ohne Frühstück verlassen wir die Stadt in der Absicht, den Tag auf der ca. 30 km langen Halbinsel Otago, die direkt vor Dunedin‘s Haustüre liegt und für ihre faszinierende Landschaft und Tierwelt bekannt ist, zu verbringen. Dort wollen wir auch frühstücken, müssen aber feststellen, dass das Angebot an Cafés, die bereits geöffnet haben, ziemlich beschränkt ist. Für einmal hat unser Guide (haha) eher schlecht recherchiert und die Stimmung im Auto ist kurzfristig ein bisschen „hangry“ 😉 In Portobello finden wir dann aber gefühlt das einzige geöffnete Café und kriegen dort tatsächlich auch etwas zu beissen. Wieder gut gelaunt und ohne die paar Sehenswürdigkeiten, die wir aufgrund der knurrenden Mägen ausgelassen haben (ist zu verkraften), setzen wir unsere Fahrt fort Richtung Inselspitze, wo sich die Royal Albatross Colony befindet. Mit einer Tour könnte man die Albatrosse beim Brüten beobachten, was uns mässig interessant erscheint. Wir geniessen lieber die Aussicht zum Leuchtturm und über die steilen Klippen, schauen den paar Robben und den vielen Möwen mit ihren Jungen zu, bevor wir die Fahrt über die Insel zur Sandfly Bay fortsetzen. Etwas abgeschreckt vom Namen (Andrea) und vom Wissen, dass wir wieder zurück zum Parkplatz hochkraxeln müssen (Yvo), nehmen wir den eher steilen und sandigen Weg zum Beach trotzdem unter die Füsse. Ist aber super schön und wir spazieren den ganzen Beach entlang bis ans entgegengesetzte Ende, wo wir auf ganze vier (!) weitere Menschen treffen. Und auf Seelöwen! Wir haben Seelöwen gefunden!!! Ziemlich grosse Brummer, die mehrheitlich im Sand liegen und pennen. Mit dem nötigen Sicherheitsabstand schauen wir zu, wie sich die Seelöwen hin und wieder im Sand mal umlagern, während die Robben etwas aktiver sind – sind ja auch weniger schwer 😉 Irgendwann entschliesst sich der Koloss dann auch noch, sich zu bewegen und nimmt den Weg ins Wasser unter die Flossen. Und wir dann irgendwann den Rückweg und mit diesem coolen Erlebnis im Rucksack steigen wir leichtfüssig (bisschen bluffen ist auch dabei) wieder hoch zum Parkplatz. Sandfliegen hatte es übrigens keine 😅 Und das Filmli vom Seelöwen hätte ich gerne eingefügt, die Wifi-Verbindung ist aber schon für die Fotos eine echte Geduldsprobe, deshalb lassen wir das…
Dunedin selbst ist eine Universitätsstadt, hat einen ziemlich schottischen Charakter, ein paar schöne Gebäude und viel Street Art. Ansonsten finden wir es nicht die schönste Stadt, die uns in Neuseeland schon begegnet ist. Und am nächsten Morgen machen wir sogar noch mit der lokalen Polizei Bekanntschaft. Nachdem wir vom Zmorge zum Auto zurückkommen, das wir über Nacht an der Strasse parkiert hatten, stellen wir fest, dass wir eine Delle in der Tür haben (also eigentlich zwei, aber das sehen wir erst später). Zudem ist die ganze Seite mit Fingerabdrücken übersät (sieht man ziemlich gut, weil unser Autöli ja nicht mehr ganz sauber ist) und am Heck sieht es ziemlich so aus, als hätte jemand drüber gepinkelt (die Bilder ersparen wir euch). Wir sind erst nicht sicher, ob jemand das Auto aufbrechen wollte, dafür hat es aber fast zu wenig Gewaltspuren, oder jemand einfach unser Auto brauchte, um sich abzustützen, irgendwelchen Frust rauszulassen, was auch immer – wir werden es nicht erfahren. Jedenfalls sind wir kurz beim Polizeiposten vorbeigefahren, da wir nicht ganz sicher waren, ob wir für den Autovermieter nicht besser einen Polizeirapport mitbringen, die nette Polizistin hat uns allerdings gesagt, dass sie dafür leider keine Kapazität haben (herrscht offensichtlich auch in NZ Fachkräftemangel…) und ehrlich gesagt sind wir froh, da wir unsere Zeit auch lieber mit anderem verbringen als auf dem Polizeiposten. Was wir uns aber nicht nehmen lassen, ist der Besuch in der Autowäsche, da es wirklich ein bisschen „gruusig“ ausschaut.
Mit dem sauber gewaschenen Auto (Spoiler: nicht für lange) verlassen wir die Stadt, nicht ohne noch einen Stopp auf dem Signal Hill zu machen und dann die steilste Strasse der Welt zu besichtigen. Und sie ist wirklich steil. Irgendwie erinnern die Strassen in Dunedin sowieso etwas an San Francisco, die Baldwin Street in Dunedin geht aber wirklich fadengerade den Berg hoch. Man kann auf den Bildern nur ansatzweise erkennen, wie steil es wirklich ist, einer Touristin ist aber das Handy runtergefallen und ohne zu bremsen praktisch die ganze Strasse runtergerutscht (etwa so wie die Skirennfahrer jeweils im vereisten Steilhang). Eigentlich glauben wir ja, dass wir heute super schnell unser Tagesziel Oamaru erreichen werden, da die Strecke relativ kurz ist, da wissen wir aber noch nicht, was wir auf dem Weg alles zu sehen bekommen. Nur so viel, wir sind dann doch etwas länger unterwegs… Wir fahren wo immer möglich den Umweg der Küste entlang, auch wenn die Strasse irgendwo immer wieder auf den Highway 1 zurückführt, geniessen die Aussicht und fahren noch einen Umweg zum Shag Point. Dort sehen wir die Pelzrobben wirklich von nahem, sie liegen direkt unter uns, allerdings werden wir fast weggeblasen vom Wind, haben den Platz dafür auch für uns alleine 😂 Auch beim Kaitiki Point Lighthouse machen wir nochmals einen sehr windigen Spaziergang, da uns auch da nochmals viele Pelzrobben versprochen werden und wow – wir werden nicht enttäuscht. Wir sehen Baby-Robben, Robben die sich streiten und solche, die im Meer schwimmen, tauchen und sich einfach treiben lassen. Es ist herrlich und wäre der Wind nicht gewesen, wir wären wohl immer noch dort 😉 Es wartet aber auch noch der Strandabschnitt mit den Moeraki Boulders auf uns… Diese gehören einfach auch zu den „Must Do‘s“ in NZ und wir sind einmal mehr erstaunt, wie wenig touristisch es hier ist. Allerdings haben wir grad Glück, auf dem Rückweg zum Auto kommt uns nämlich wieder mal eine ganze Busladung Asiaten entgegen, die dann auch den Strand fluten um sich in Fotopose bringen.
Wir kommen dann doch noch in Oamaru an, um zu erfahren, dass der „Chef“ unserer Unterkunft unser Zimmer versehentlich schon jemand anderem gegeben hat, wofür er einen ziemlichen Rüffel seiner Frau kassiert. Wir kriegen ein anderes Zimmer und es ist uns eigentlich ziemlich wurscht. Passt total. Und dann haben wir nicht etwa Feierabend, sondern gehen noch Pinguine schauen… Hier kommen am Abend nämlich die blauen Zwergpinguine an Land, um ihre Kleinen in den Nestern zu füttern, bevor sie frühmorgens wieder zurück ins Meer auf Nahrungssuche gehen. Wir nehmen Platz auf der Besuchertribüne und nach 21 Uhr beginnt das Spektakel. In kleinen und grösseren Gruppen kommen die max. 30 cm grossen Pinguine an Land und es schaut aus, als ob sie sich absprechen würden, welcher denn nun der Mutigste ist und als Erster den Weg übers Land zu den Nestern wagt. Die Zuschauer werden denn auch gebeten, sich ruhig zu verhalten (was mehr oder weniger gut gelingt), da sich die Pinguine sonst nicht an Land getrauen und ihre Kleinen dann kein Futter kriegen würden. Wir sehen etwa 150 Pinguine, die im Laufe von etwa 90 Minuten geduckt und in ihrem Watschelgang über die Wiese „sprinten“. Sie sind einfach richtig süss und es ist lustig zuzuschauen. Fotografieren, filmen und der Gebrauch von elektronischen Geräten ist aus Respekt den Tieren gegenüber verboten und das ist auch gut so, da es ja sowieso nicht alle schaffen würden, den Blitz vor dem Fotografieren auszuschalten. Nicht aufzustehen ist für die einen schon schwierig genug… Gibt zwar keine Bilder für euch, aber wir geniessen das Spektakel dafür ohne Blick auf irgendwelche Bildschirme.

Vor der Weiterfahrt am Freitagmorgen machen wir noch einen Bummel durch Oamaru. Hier gibt es noch ein paar richtig alte Gebäude und Strassen und man fühlt sich manchmal fast ein paar Jahrzehnte in die Vergangenheit versetzt. Die Stadt ist erstaunlich gross und wir haben zum Glück schon etwas gegessen 😉 Die Weiterfahrt nach Twizel beginnt wieder mit coolen Landschaften, die Temperaturen sind endlich wieder sommerlich (kurze Hosen fühlen sich einfach besser an) und das Wetter ist freundlich. Wir machen nur einen längeren Halt bei den Clay Cliffs, dieser lohnt sich allerdings. Die bizarren Felsformationen sind Millionen Jahre alt und wir schaffen es mal wieder, nur sehr wenige Touristen anzutreffen, obwohl uns vom Parkplatz x Autos entgegengefahren sind. Es nieselt inzwischen ein bisschen, was andere vielleicht vom Besuch abhält, uns aber nicht… Nach dem Mittag erreichen wir auch schon Twizel, unser Zuhause für die nächsten zwei Nächte. Allerdings – der mit dem Zuhause ist grad noch etwas schwierig (hatten wir das nicht gestern schon?). Wir sind in ein B&B gebucht, die nette Dame Mel erklärt uns aber, dass unser Zimmer einen Wasserschaden hat und erst Reparaturen benötigt. Sie zeigt uns als Beweis auch noch die zwei grossen Löcher in der Wand 😳 Immerhin ist ihr Mann Klempner, was in der Situation nicht ganz unpraktisch ist. Sie hat aber alles gegeben und uns kurzfristig eine andere Bleibe organisiert. Nach zig Entschuldigungen und mit der Versicherung, dass die alternative Unterkunft wirklich auch schön ist (ihr Haus wäre nämlich echt schön gewesen), fahren wir in die nächste Strasse. Und da sitzen wir nun und haben zwar kein Zimmer – dafür ein ganzes Haus für uns. Und was für eines… Zwei Wohnzimmer, mindestens zwei Badezimmer, eine Küche, eine separate Kaffee- (und Schnaps-)Bar und keine Ahnung wie viele Schlafzimmer. Ich habe noch nicht alle Türen geöffnet. Eine Ankleide hätten wir auch noch und einen wunderschönen Sitzplatz, über den allerdings grad mal wieder der Wind hinwegfegt, und zwar richtig… Haha, kennt ihr ja inzwischen, den mit dem Wind… Wir haben ihn für uns gebucht. Und Regen ist auch angesagt resp. es regnet alle paar Minuten mal ein bisschen, hatten sie hier anscheinend seit zwei Monaten keinen richtigen und sind super dankbar dafür… Wir weniger, aber mal schauen, ob doch noch eine Wanderung drin liegt und wir irgendwann einen Blick auf den Mt Cook, der sich praktisch vor unserer Haustüre befindet, erhaschen können. Wir haben ca. 36 Stunden Zeit… 😉 Und sonst haben wir ja immer noch unsere Villa 😍
Wir haben übrigens nicht immer schlechtes Wetter, Regen und Wind, nur immer wieder – und das ganz zuverlässig 😂 Macht euch aber keine Sorgen, im Grossen und Ganzen haben wir herrliches Reisewetter und auch immer wieder ganz freundliche Tage, aber das seht ihr ja auf den Bildern.
Und jetzt erst mal herzliche Gratulation, wenn ihr bis hierhin gelesen habt! Ist etwas länger geworden… Bald schon Zeit für Znacht. Bis bald und tschüss für heute.









































