Alles Gold oder was?

Anderer Autor – andere Perspektive

Dieser Beitrag kann Spuren von Sarkasmus und Zynismus enthalten, dies ist aber nicht dem Zufall oder der Stimmung des Autors geschuldet, sondern ist pure Absicht und soll im besten Fall ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Oder ein Stirnrunzeln von Rolf tuts auch..

Heute haben wir gut 200 km zurückgelegt von Pauanui nach Rotorua. Unterwegs haben wir die Martha Goldminen in Waihi besichtigt. Diese Minen haben vor wenigen Jahren den Betrieb eingestellt, nur ein imposantes Loch in schönen Farben ist für den Touristen zurückgeblieben.

Das hat mich dann zu der Frage bewogen: Diese Neuseelandreise ist ein wahr gewordener Traum, wir haben Monate (eher Jahre) daraufhin geplant und geplangt. Diese sechs Wochen sollen ja nichts weniger als die „verlorene“ Weltreise von 2020 kompensieren, zumindest im Ansatz und so weit möglich. Wir sind nun seit einer guten Woche im Land, und ist nun wirklich alles Gold was glänzt?

Fangen wir mit der letzten Begrüssung in unserer Unterkunft für die nächsten zwei Tage an. Hier haben uns zwei herzliche Gastgeber empfangen, Tee und Gebäck serviert, und uns eingeführt in die Welt von Rotorua. Danach haben sie uns ihren fünf Alpakas vorgestellt und wir durften ihnen auch ein paar Gemüsebomben füttern. Als Dank hat der grosse Grummel dann den Gemüsebrei wieder ausgespuckt. Fast so schnell wie Spider-Man sind Andrea und ich dem Brei ausgewichen und haben mal wieder sämtliche Geschwindigkeitsrekorde gebrochen. OK, zwei kleine Treffer auf meinem Fuss blieben übrig.

Zudem fährt man in Neuseeland bekanntlich links. Soweit so gut, aber wieso müssen sie auch alle Bedienelemente seitenverkehrt anbringen?! Muss man dem Fahrer wirklich auch den Blinker und Scheibenwischer auf die verkehrte Seite montieren?

Temperatur: gibt es in Neuseeland eine Wohlfühltemperatur? Womöglich, aber wir (viel eher ich) suchen noch. Scheint die Sonne und es geht wenig Wind, ist es echt heiss. Generell ist die Luftfeuchtigkeit sehr hoch, es fühlt sich also immer tüppig an, und eigentlich schwitzt man auch, wenn man gar nicht wirklich schwitzt. Kaum ist die Sonne weg und der Wind bleibt, friert man. Unabhängig davon schwitzt man weiter. Nachts ist es meistens einfach heiss, heisser und wenn man nassgeschwitzt ist, kommt das mit dem Frieren wieder ins Spiel. Und wehe man bewegt sich nun auch noch bei diesen Bedingungen.

Landschaften: die sind echt weitestgehend traumhaft, abwechslungsreich, sehr sehr grün und dann steht man auf einmal wieder an einem Sandstrand. Ich kann es nach wie vor nicht einordnen, Kühe unter Palmen ist für mich nach wie vor ungewohnt und passt noch nicht in meine kleine Weltsicht. Aber sieht cool aus!

Ausflüge: das Land ist sooooo grossartig zum Laufen und Wandern und draussen sein. Man kann überall das Auto abstellen und irgendwo hinlaufen. Kein Ort, der nicht zu Fuss erreicht werden kann. Ich habe schon am ersten Tag in Auckland eine mindestens Fünfliber-grosse Blase eingefangen mit meinen Sandalen. Die sind zwar hier das beste Schuhwerk für den Alltag, für mich aber momentan gerade nicht einsetzbar. Aber ich kann hervorragend Wanderungen bis 5 km und mehr mit den FlipFlops zurücklegen! Die Alternative wären geschlossene Schuhe, und da sind wir zurück auf Feld Temperaturen und somit ein No-Go für mich. Für mich wäre hier weniger manchmal mehr, aber Ihr kennt mich ja. Morgen haben wir einen 4-Stünder auf einen Krater geplant.

Gestern habe ich bemerkt, in Neuseeland fährt man nicht nur links, auch das Essen wird von links serviert. Kann verwirrend sein wenn man automatisch nach links ausweicht, für beide.

Schlafen; Mal so, mal so. Die Betten zumeist sehr gut, aber ab und an einfach zu klein und man hat kaum Platz sich zu drehen. Entsprechend oft erwacht man dann nachts. Und ja, habe ich schon die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit erwähnt?

Duschen: heute super. Weil Wasser und genug davon und weil genügend Platz in der Dusche. Jaja, da könnte ich nun ein weiteres Kapitel füllen, aber so langsam aber sicher kommt der kleine Hunger. Nur soviel, wenn einem in so einer Micro-Dusche das Shampoo auf den Boden fällt…. Jaja, man hat mich wohl weitherum gehört.

Essen: Praktisch überall sehr gut, sehr frische Zutaten und für uns preislich sehr OK. Man wird immer wieder positiv überrascht.

Fazit: es ist bei Weitem nicht alles Gold was glänzt und wir haben schon einige Sachen erlebt, die uns lange in Erinnerung bleiben, positiv wie auch Sachen zum Hadern und Fluchen (und Lachen im Nachhinein). Es ist anstrengend, mind. jede zweite Nacht weiterzuziehen und die Unterkunft zu wechseln, man hat kaum genug Zeit all die vielen Eindrücke zu verarbeiten. ABER, es isch uhuere schüüüü, es macht Spass und es füllt den Rucksack an Erinnerungen. Wir freuen uns, auf was auch alles noch kommen mag und geniessen dieses unglaublich schöne und freundliche Land.

Das wars mit Tricks und Gags, viel viel länger als geplant, dafür habt Ihr nun auch bestimmt wieder eine laaaange Pause von mir. Versprochen! 🙂

Ein Kommentar zu „Alles Gold oder was?

  1. Das war kein Stirnrunzeln, sondern ein riesen Smile …. Jetzt kenne ich auch den Grund des Urschrei‘s von gestern Abend 🤣
    Kühe unter Palmen ist nicht nur eine Bewusstseinserweiterung für einen Glarner … das gibts im Fricktal definitiv auch nicht 🤷

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